Wieder einmal bestimmt das Wetter den Weg. Da es im Osten noch zu nass ist, wollen wir erst einmal in den Westen fahren. In der Mitte gabelt sich das Land. Also fahren wir nach Lusaka.
Von der Strecke zwischen Livingstone und Lusaka wird gewarnt. Viele LKWs, enge Ortsdurchfahrten, viel Verkehr. Sie ist eine der Hauptachsen aus dem Kupfergürtel im Norden in den Süden zu den Häfen: schwer beladen in den Süden und mit Technik beladen zurück in den Norden. Es heißt, 50 dieser Laster schaden der Straße genauso wie 50.000 PKWs.

Dabei ist die Straße selbst eigentlich harmlos. Sie schlängelt sich durch mäßiges Hügelland, ist meist übersichtlich, ab und zu gibt es ein Pothole. Das Problem sind die Lastwagen.
Es gibt viele davon und in sehr unterschiedlicher Qualität. Fast alle sind voll beladen, manche offensichtlich überladen. Ladungen hängen schief, Achsen laufen nicht mehr dort, wo sie eigentlich laufen sollten. Gefühlt alle zwanzig Kilometer steht oder liegt einer am Straßenrand: Reifenschaden, Panne oder umgestürzt. An den Steigungen quälen sie sich mit weniger als 40 km/h nach oben. Zu wenig Motor für zu viel Ware.
Dazu kommt die praktisch nicht vorhandene Beschilderung. Es gibt kaum Ortsschilder. Ich weiß nicht, warum plötzlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt, und noch weniger, wann sie wieder aufgehoben ist.
Das weiß dafür die Polizei.

Sie steht am Ende der Ortschaft und kontrolliert die Geschwindigkeit. Wer nicht in die Falle fahren will, fährt ohnehin langsamer als vermutlich erlaubt. Trotzdem erwischt es mich. Man zeigt mir auf dem Handy ein Beweisfoto. Welche Geschwindigkeit an genau dieser Stelle erlaubt ist, sagt mir die Polizei.
400 Kwacha wollen sie haben.
Ich bin vorbereitet und habe 120 dabei. Er bekommt 100. Er versteht die einfache Logik, dass ich die restlichen 20 noch für das Tollgate brauche. 100 Kwacha sind etwa 4,50 Euro.
Immer freundlich bleiben. Das ist lästig. Bei Diskussionen drohen sie aber immer mit dem Gericht. Und die Dorfgerichte sind so eine Sache. Meistens habe ich Glück mit meinem Auto. Es sieht aus wie ein offizielles, internationales und ausländisches Auto. Alles Bereiche, die die normale Polizei überfordern und deswegen lieber durchwinken.
Dann kommen wieder die Ortsdurchfahrten. Einfache Straßendörfer, viele Menschen und immer wieder Speed Bumps, wahllos verteilt und in jeder denkbaren Größe. Mal gilt 50, mal 40, manchmal weiß man es einfach nicht.

Viele dieser Orte sind eigentlich ein einziger großer Markt. Gemüse, Obst, Essen, Kleidung, irgendwelche Waren, kleine Garküchen. Fußgängerbereiche gibt es nicht. Jeder teilt sich alles mit jedem, auch die Straße. Ein klassisches Wimmelbild, eingerahmt von dem Lärm, der entsteht, wenn jeder versucht, sich irgendwie Gehör zu verschaffen.
Tankstellen gibt es fast in jedem kleineren Ort. Meine erste Frage ist, ob sie Kreditkarten akzeptieren. Die zweite, ob sie Diesel haben. Beides gleichzeitig trifft ungefähr auf jede fünfte zu. Anders als in Botswana und Namibia kommt in Sambia auch niemand und wischt die Scheibe. Die Luftkompressoren funktionieren meistens ebenfalls nicht. Gut, dass ich meinen eigenen dabeihabe.

Wir kommen langsamer voran als gedacht. Das ständige Überholen der LKWs ist anstrengend, die Straße voll. Gestern hatte Kenneth Kaunda, Sambias Gründungsvater, Geburtstag.
Eigentlich wollen wir noch etwas weiterfahren und in einer bekannten Overlander-Lodge übernachten. Stattdessen bleiben wir auf einer Farm etwas abseits der Straße.
Unsere erste Nacht gemeinsam im Camper.
Ich merke schnell, dass ich nicht alles auf einmal erklären kann. Licht und Elektrik sind noch einfach. Aber wie schließt man die Klappe von außen? Wie sichert man sie von innen? Wo kommt der Autoschlüssel hin? Wohin mit den Schuhen? Wo ist das Wasser? Und wie kommt man nachts zum Pinkeln raus?
Für mich ist das alles längst selbstverständlich. In den vergangenen Monaten hat sich eine Ordnung entwickelt, ohne dass ich groß darüber nachgedacht habe. Jeder Gegenstand hat seinen Platz, jeder Handgriff seine Reihenfolge. Nicht weil ich besonders ordentlich geworden wäre, sondern weil es das Leben auf engem Raum einfacher macht.
Jetzt merke ich: Manche dieser Abläufe taugen hervorragend für einen Menschen.
Für zwei manchmal nicht.
Aber wir haben ein paar Tage, um das herauszufinden.
Am Morgen werden wir früh vom Blöken der Kühe geweckt. Wir frühstücken und brechen wieder auf. Das Wetter ist angenehm, noch ist es in dieser Jahreszeit nicht warm.
Die Landschaft verändert sich. Aus Steppe werden Wiesen mit Kühen, Rindern und Schafen. Dazwischen größere Kartoffel- und Maisfelder. Berge gibt es keine, Hügel schon.
Die Straßendörfer rücken näher zusammen, die Abstände werden kürzer, der Straßenbelag schlechter.
Wir nähern uns Lusaka.
Zur Unabhängigkeit 1964 war Lusaka noch eine überschaubare Stadt. Heute leben hier etwa zweieinhalb Millionen Menschen, im Umland noch einmal eine Million. Ein Wachstum, bei dem die Infrastruktur kaum hinterherkommen kann. Nicht hier in Afrika und vermutlich auch nicht in Europa.
Über die nicht mehr aufzuhaltende Kaskade des Bevölkerungswachstums in Afrika möchte ich nicht schreiben. Um das zu verstehen, lebe ich einfach zu kurz.
Mich beschäftigt im Moment ohnehin etwas viel Banaleres: der Verkehr.

Wir müssen uns hindurchschlängeln, obwohl wir Lusaka nur am äußeren Rand streifen. Ausweichen auf Nebenstraßen ist keine Alternative. Das sind Öko-Straßen im schlechtesten Sinne.
Für die letzten zehn Kilometer bis zu unserer Abzweigung nach Westen brauchen wir mehr als zwei Stunden.
Jeder versucht, sich irgendwie am anderen vorbeizudrängen. Selbst die größten Lastwagen machen da keine Ausnahme. Eine klare Struktur kann ich nicht erkennen. Die Einheimischen offenbar auch nicht.
Dann endlich die Ampel, an der wir abbiegen müssen. Ich glaube, es ist erst die dritte, die ich in Sambia sehe.
Danach wird der Verkehr langsam übersichtlicher. Nicht viel, aber genug, um wieder einen Zeitplan zu haben.
Es wird früh dunkel, und inzwischen ist klar: Wir schaffen es nicht mehr bis zum Eingang des Parks. Weder die üblichen Overlander-Informationen noch Tracks4Africa zeigen auf dieser Strecke eine vernünftige Übernachtungsmöglichkeit.
Also peilen wir Mumbwa an, den letzten größeren Ort vor dem Park, und hoffen, dort irgendetwas zu finden.
Wir erreichen die ersten Siedlungen. Meine Aufmerksamkeit gilt vor allem den Straßenrändern, weil ich wieder mit Polizeikontrollen rechne.
Ein Schild.
Olive Grove.
Das brennt sich sofort auf meiner Festplatte ein. Mein letztes Olivenöl habe ich in Namibia gekauft. Gegessen haben wir auch noch nichts. Also drehe ich um und hoffe, dass wir dort wenigstens etwas zu Abend bekommen.
Wir fahren durch das Hofstor. Dahinter liegt ein gepflegter Garten, schön angelegt, ein modernes neues Gebäude mit Terrasse und Bestuhlung.
Eindeutig ein Restaurant.
Ich hoffe nur, dass es kein privater Club ist.
Der Name hält, was das Schild versprochen hat. Wir haben tatsächlich ein nettes Restaurant gefunden. Und im hinteren Bereich gibt es sogar ein neues, modernes Gästezimmer für 50 Dollar, inklusive Frühstück.
Und ich hatte schon befürchtet, wir müssten Annes Geburtstag auf irgendeinem Seitenstreifen verbringen.
Stattdessen gibt es Burger, Bier, Wein und sogar eine Siebträger-Kaffeemaschine.

Und am nächsten Morgen:
Happy Birthday.
Von hier aus ist es bis zum Kafue-Nationalpark nicht mehr weit.

Ein Nationalpark schützt Tiere. Das ist die einfache Vorstellung.
Beim Kafue ist es nur ein Teil der Wahrheit.
Der Park ist riesig, größer als manche europäischen Länder. Mittendrin fließt der Kafue, einer der großen Flüsse Sambias. Er sammelt hier sein Wasser, zieht weiter durch das Land, versorgt Felder und Menschen und wird später aufgestaut, um Strom zu erzeugen. Das entsprach lange ungefähr der Hälfte der gesamten sambischen Kraftwerksleistung.
So bekommt ein Nationalpark eine ganz andere Bedeutung. Er schützt nicht nur das Wasserloch, an dem ein Elefant trinkt. Er schützt einen Teil des Wassersystems, von dem ein ganzes Land abhängig ist.
Dazu kommen riesige Flächen Miombo-Wald, Grasland und Überschwemmungsgebiete. Landschaften, die außerhalb der Schutzgebiete zunehmend unter Druck geraten. Hier dürfen sie noch weitgehend das tun, was Landschaft seit Jahrtausenden macht. Wasser aufnehmen und wieder abgeben. Kohlenstoff speichern. Abbrennen und nachwachsen. Tieren Raum geben.
Und Raum ist vielleicht das Entscheidende.
Ein Wildhund braucht keine schöne Aussicht. Er braucht Platz. Ein Gepard auch. Antilopen wandern, Vögel sowieso. Dafür reicht kein eingezäuntes Stück Savanne, in dem ein paar Tiere für Touristen übrig bleiben. Es braucht große, offene und zusammenhängende Gebiete.
Kafue ist so ein Gebiet.
Natürlich fahre auch ich hinein, weil ich Tiere sehen möchte. Ich habe Kamera und Fernglas dabei und freue mich über jeden Löwen.
Der für uns sichtbare Teil.
Der eigentliche Wert liegt darin, dass hier etwas zusammenbleibt, was außerhalb immer weiter in einzelne Stücke zerfällt.
Wald, Wasser, Tiere und Platz.
Eigentlich eine ziemlich einfache Idee.
Ich will in den Norden. Schon bei der Vorbereitung hatte ich mich gewundert, dass die bekannteren Lodges dort oben noch nicht zu erreichen waren. Die berühmten Busanga Plains haben sicherlich noch Wasser, aber eigentlich müsste es inzwischen gut befahrbar sein.
Nach einer gemütlichen Stunde stehen wir am Gate zum nördlichen Teil des Parks.
Wir werden freundlich begrüßt. Ein paar Ranger sitzen am Eingang.
Der Norden ist geschlossen.
Wann macht er auf?
Sie wissen es nicht. Vielleicht in drei Wochen.
Okay. So lange können wir nicht warten.
Dann eben in den Süden.
Bis zu Roy’s Camp direkt am Kafue River ist es nicht weit. Wieder einmal sind wir praktisch allein. Der Manager Evans lässt uns freie Wahl, wo wir unser Auto hinstellen wollen. Direkt am Wasser, etwas erhöht und möglichst nicht auf einem der Hippo-Pfade, von denen es hier reichlich gibt.


Der Nachmittag ist noch jung, und Evans bietet uns eine kleine Bootstour auf dem Kafue an. Erst muss er allerdings mit seinem Boss klären, dass ich nicht alles mit meinen inzwischen wertvollen Dollarreserven bezahlen muss.
Dann geht es aufs Wasser.
Ganz langsam in den Sonnenuntergang.

Heute sind es vor allem die Vögel. Reiher, Kraniche und Pelikane stehen am Ufer oder fliegen in Formation dicht über das Wasser. Fast lautlos.
Zurück im Camp machen wir ein Lagerfeuer. Sobald genügend Glut da ist, kommt die Pfanne drauf.
Mehr braucht es heute nicht.
Am nächsten Morgen lassen wir es gemütlich angehen. Der südliche Teil des Parks ist dicht bewachsen. Ohne etwas mehr Licht sieht man ohnehin wenig, und das nächste Camp ist nicht weit.
Mir fällt auf, dass Evans etwas hinkt.
Vor zwei Wochen, erzählt er, hat er die erste Walking Safari des Jahres gemacht. Das Gras stand noch hoch.
Eine Schwarze Mamba hat ihn in die Wade gebissen.
Ich gratuliere ihm erst einmal dazu, dass er noch lebt.
Dann kommt bei mir der Arzt durch. Evans ist gerne bereit, sein Bein zu zeigen.

Nach dem Biss hat man ihn mit möglichst wenig Bewegung aus dem Busch gebracht und das Bein leicht gestaut. Zwischenzeitlich war die ganze Extremität gelähmt. Behandelt wurde er von einem Traditional Doctor. Ober- und unterhalb des Bisses hat er die Haut rund um das Bein eingeritzt und die Wunden mit einer Paste aus Kräutern, Blättern und Harzen bestrichen.
Zwei Wochen später sind die Lymphknoten in der Leiste noch deutlich geschwollen.
Das Bein funktioniert wieder völlig normal.
Antivenom hat er keines bekommen.
Ich denke kurz an den ADAC-Rückholservice und daran, welchen Nonsens wir so treiben.
Hüte mich aber, das zu erwähnen.
Wir fahren weiter in den Park.
Die Parkgebühren werden in Dollar bezahlt, andere Gebühren in sambischen Kwacha. Die Länder brauchen Devisen.
Schon auf der ersten Runde durch die Miombo-Wälder begegnet uns ein Tier, das auf meiner bisherigen Reise noch keine größere Rolle gespielt hat.
Dunkelblaue Tücher hängen überall zwischen den Bäumen.

Für mich sind sie wie Stoppschilder:
Fenster zu.
Wir sind im Tsetse-Gebiet.
Die Schlafkrankheit spielt in Sambia heute kaum noch eine Rolle. Aber die Fliegen sind trotzdem da. Und ihre Bisse tun richtig weh.
Heute bin ich froh über mein klimatisiertes Auto.
Draußen hämmern die Tsetsefliegen gegen die getönten Scheiben. Unter diesen Bedingungen macht Tierbeobachtung mit offenem Fenster wenig Spaß. Also fahren wir langsam durch die wunderschönen Miombo-Wälder und steuern das nächste Camp an.
Wieder am Fluss, diesmal mitten im Nationalpark.

Am Eingang hängt eine Flasche Insektenspray. Daneben ein Schild mit der Aufforderung, erst einmal das Auto einzusprühen, bevor man auf den Campsite fährt.
Das lässt hoffen.
Der Platz ist wunderschön. Wir haben ein Stück Fluss für uns. Im letzten Licht tanzen die Mücken über dem Wasser, Hippos planschen zwischen den Büschen und Warane laufen vorsichtig am Ufer entlang.


Der Campsite gehört zum Kasabushi River Camp. Man versorgt uns mit Feuerholz, nimmt uns zu einem vernünftigen Preis auf einen Night Drive mit und bereitet sogar unser Abendessen so weit vor, dass wir es danach nur noch auf den Herd stellen müssen.
Ravioli in Butter mit Parmesan und Walnüssen.

Netter Service. Sehr angenehm. Sehr freundlich.
Dabei lernen wir ein australisches Ehepaar kennen, ebenfalls mit dem Camper unterwegs. Sehr sympathisch. Craig ist Berufskraftfahrer. Er fährt in Australien diese Wahnsinnsteile von Road Trains, bis zu 50 Meter lang.

Er fährt einfach gerne Auto.
Den Land Cruiser haben sie aus Australien nach Afrika verschifft. Später wollen sie weiter nach Namibia und ihn dort stehen lassen.
Für die nächste Tour im nächsten Jahr.
Am Morgen macht Anne Yoga. Zu Hause geht sie mindestens dreimal die Woche zum Sport. Das funktioniert hier natürlich nicht ganz so einfach.

Dann packen wir zusammen.
Wir wollen weiter zum Itezhi-Tezhi-See.
Die Landschaft verändert sich.
Wir fahren weiter durch Miombo-Wälder, ab und an tauchen zwischen den Bäumen einzelne gewaltige Felsen auf. Monolithische Erhebungen, manche wie ein riesiger Pilzhut geformt, manche vielleicht zweihundert Meter hoch.
Einen davon wollen wir uns genauer ansehen.
Querfeldein fahren wir darauf zu. Einen Weg gibt es eigentlich nicht. Aber irgendwo muss hier schon einmal ein Fahrzeug gestanden haben. Auf dem Stein ist eine Art Spur zu erkennen, die langsam nach oben führt.
Es ist Mittag. Nicht gerade die Hauptjagdzeit der Löwen. Und Felsen sind ohnehin nicht so ihr Ding.
Also langsam schräg den Hang hinauf.
Wir machen genügend Lärm, damit Schlangen oder vielleicht auch ein Leopard wissen, dass wir kommen, und genügend Zeit haben, sich zu verziehen.
Oben weht ein angenehmer Wind.


Und wir haben genau den richtigen Felsen ausgesucht.
Vor uns liegt der Park. Der große Fluss mit seinen Feuchtgebieten zieht durch die Landschaft, gegenüber macht er eine grandiose Kurve. In der Ferne kann man den See erahnen.
Ein fantastischer Rundumblick.

Irgendwann steigen wir wieder hinunter. Auf den letzten Metern zum Auto werden wir automatisch etwas vorsichtiger.
Alles normal.
Also weiter.
Je weiter wir nach Süden kommen, desto offener wird die Landschaft. In großen Bögen umfahren wir die Auen, die eigentlich mehr zu einem großen Fluss passen als zu einem Stausee.


Hier stehen Kafue-Lechwe in den wasserdurchtränkten Wiesen. Kormorane jagen im flachen Wasser, dazwischen Marabus.


Jetzt versteht man langsam, warum Wasser und Kafue nicht voneinander zu trennen sind.
Wir fahren auf der Ostseite des Sees weiter und steuern, nicht weit vom Staudamm entfernt, das alte Safari Camp Kalala an.

Die Straße windet sich am See entlang. Manchmal direkt am Ufer, dann wieder oben auf den Anhöhen, die den See im Osten begrenzen.
Das Camp ist älter als der Stausee. Schon früh haben Reisende hier ihr Lager aufgeschlagen, vor allem zum Fischen. Der damalige Bereich liegt heute unter Wasser. Das Camp ist auf den Hügel ausgewichen.
Dort thront es wie ein Adlernest über dem See.
Viel Platz gibt es nicht. Drei Autos müssen sich schon ziemlich eng machen.
Und eines davon kennen wir.
Die Australier.
Das Wiedersehen fällt entsprechend herzlich aus. Wir teilen uns den Campsite und setzen uns zum Sundowner auf die Terrasse. Dort gibt es eine Barbecue-Stelle, und das Abendessen ist schnell ausgehandelt.

Der Abend wird lang und feucht-fröhlich.

Dazu ein Sonnenuntergang, um den uns manche Mittelmeerinsel beneiden könnte.


Am nächsten Morgen frühstücken wir gemeinsam und verabschieden uns herzlich. Die beiden zieht es weiter Richtung Namibia. Wir wollen jetzt in den Osten Sambias.
Die Welt ist deutlich zusammengerückt. Nummern sind ausgetauscht.
Und wer weiß, vielleicht …
Wir nehmen diesmal den Shortcut zurück zur West-Ost-Verbindung, über die wir in den Park gekommen sind.
Die Strecke ist in einem grauenhaften Zustand und eigentlich eher etwas für ein Motorrad. Die Regenzeit hat massive Schäden hinterlassen, und ein Grader war hier offensichtlich noch nicht unterwegs.

Ausgewaschen, zerfurcht, tiefe Absätze und ständig unterschiedliche Höhen. Dazu ein Untergrund, hart wie Beton.
Drei Stunden lang zehrt die Strecke am Auto.
Und an uns.
Danach ist die Entscheidung schnell gefallen.
Wir fahren wieder zum Olive Grove.
Inzwischen haben wir unseren Rhythmus etwas weiterentwickelt:
Drei Nächte im Camper.
Dann darf es auch mal wieder ein richtiges Bett sein

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